In der ersten Märzwoche 2008 war ich geschäftlich in England. Vor der Rückreise haben wir Bekannte besucht und einen Ausflug nach Bletchley Park unternommen. Dort wurden im 2. Weltkrieg von den Briten die deutschen Geheimcodes entschlüsselt. Dies geschah mit einem enormen Aufwand an (sehr gescheiten) Menschen und Material.

 

Dies ist eine 3-Walzen Enigma Chiffriermaschine

Am oderen Ende des Gerätes werden durch die 3 Walzen die Anfangsbedingungen für die Verschlüsselung vorgegeben. Über die Tasten im Vordergrund wird der zu verschlüsselnde Buchstabe eingegeben. Der Codierte Buchstabe leuchtet dann auf. Im Vordergrund kann zusätzlich eine Vertauschung durch Steckverbindungen hergestellt werden.


 

Da die Codiermaschine Milliarden von Kombinationen erzeugt, ist eine Dechiffrierung (Codeknackn) sehr schwierig. Da hilft nur geballte Technik weiter.

 

Das ist die "Bombe" Dechiffriermaschine. Die einzelnen Räder decodieren je einen Buchstaben und drehen sich mit hoher Geschwindigkeit. Ist eine Kombination gefunden (oder manchmal auch nicht) dann bleibt der Zeiger auf dem entsprechenden Buchstaben stehen. Eine Nachricht zu decodieren konnte bis zu 20 Stunden (!) benötigen.

 

Das Innere der Dechiffriermaschine

Auf dem rechts ausgeklappten Teil die Rotoren und mechanische Relais. Im Linken Teil sind mechanische Schieber zu sehen. Diese werden über Drucköl-Leitungen geschmiert.

 

Die sehr geheimen Nachrichten von und zum Oberkommando wurden mit einer noch raffinierteren Maschine codiert (Lorentz Maschine mit 12 Walzen). Die nahezu unendlichen Kombinationsmöglichkeiten konnten nicht mehr mit einer mechanischen Vorrichtung decodiert werden. Da musste ein "Computer" her. Die Briten nennen diese Maschine den ersten programmierbaren Computer der Welt. Man muss das aber einschränken. Echte Computer sind frei programmierbar. Dieser Computer wird über Kabel und Steckverbindungen programmiert. Auch kann dieser Computer ausser Codes knacken keine andere Aufgabe erledigen.

Dennoch ist es eine unglaubliche technologische Leistung zu dieser Zeit. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass diese Ausstellungs-Stücke Nachbauten von privaten Enthusiasten sind. Die Original-Maschinen wurden nach dem Krieg von den Briten zerstört.

 

Der "Colossus"

Rechts das Räderwerk, durch das ein Endlos-Lochband mit codetext läuft. In dem Gestell daneben oben und unter dem Stecker-Bedienfeld ein Paneel mit Elektronenröhren. Um die Glühfäden der mehr als 60 Jahre alten Röhren zu schonen, dürfen diese nur ganz langsam aufgeheizt werden. Dafür steht ein regelbarer Transformator mit einer Leistung von mehreren Kilowatt zur Verfügung.

 

Auf der linken Seite unterhalb der Relais-Abdeckungen eine Reihe von Telefon-Vermittlungs-Drehwählern.

 

Link zu der Interessengruppe von Bletchley-Park.

 

Hier ist eine interessante Seite, von der man ein Simulationsprogramm einer Enigma-Chiffriermaschine herunterladen kann.